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27.02.2015

Aufruf an Besitzer von Bernsteinbildern

zur Aufnahme ihrer Bilder in das Werkverzeichnis, notwendige Angaben: Vor-Zuname, Anschrift, Telefonnummer

Gruben-Aquarell – ein Werk des Industrie- und Arbeiter-Malers Walter Bernstein (1901-1981) aus Schiffweiler. Foto: Archiv/Slotta

Gruben-Aquarell – ein Werk des Industrie- und Arbeiter-Malers Walter Bernstein (1901-1981) aus Schiffweiler. Foto: Archiv/Slotta

Jetzt entsteht ein Werkverzeichnis des Malers Walter Bernstein

Förderstiftung hat dafür 40 000 Euro aus dem Landes-Haushalt bekommen: Mittel aus Kulturpflege-Töpfen

Walter Bernstein ist vielen Menschen als Industrie- und Arbeiter-Maler ein Begriff. Aber der 1981 in Schiffweiler verstorbene Künstler war noch weit vielseitiger. Sein Gesamtwerk wird auf 1000 Stücke geschätzt. Die Erstellung des Werksverzeichnisses soll zwei Jahre dauern; wer diese Arbeit übernimmt, ist noch offen. Die Stiftung holt zurzeit Angebote ein.

Von SZ-Redakteurin Solveig Lenz-Engel

Schiffweiler/Neunkirchen. Fast vollzählig war der Stiftungsrat ins Schiffweiler Rathaus gekommen, um dabei zu sein, wenn Roman Uwer, der Vorsitzende der Förderstiftung Walter Bernstein, die frohe Botschaft vor der Presse verkündet: Dank der Mittel aus den Kulturpflege-Töpfen ist es jetzt möglich, eine umfassende Dokumentation des künstlerischen Schaffens des gebürtigen Neunkirchers Walter Bernstein in Angriff zu nehmen. Zu verdanken sei die zweckgebundene Zuwendung von 40 000 Euro der Vermittlung der Landtagsabgeordneten Günther Waluga (Schiffweiler, SPD) und Tobias Hans (Neunkirchen, CDU), die als Mitglieder im Stiftungsbeirat ihre politischen Einfluss-Möglichkeiten genutzt hätten. Ganz bescheiden freuten sich die Beiden, etwas dazu beitragen zu können, die Bedeutung des Künstlers Walter Bernstein bekannter zu machen.

Zwei Jahre soll die Erstellung des Werksverzeichnisses dauern; wer diese aufwändige und anspruchsvolle Arbeit übernehmen wird, ist noch offen. Die Stiftung holt zurzeit noch Angebote ein. Werke Bernsteins befinden sich in großem Umfang bei der Gemeinde Schiffweiler, bei vielen Verwaltungsstellen im Kreis Neunkirchen, bei Ministerien, bei der Landesregierung und bei den Folge-Gesellschaften von Neunkircher Eisenwerk und Saarberg. Geschätzt wird das Gesamtwerk Bernsteins auf über 1000 Stücke, die sich größtenteils in weit verstreutem Privat-Besitz befinden. Daher setzt die Stiftung auf die Bereitschaft der Bernstein-Besitzer, sich zu melden, um ihre Bilder ins Verzeichnis aufnehmen zu lassen (Roman Uwer ist erreichbar unter Telefon 0 68 24-16 74, weitere Kontaktadressen siehe „Auf einen Blick“).

Aber mit der Dokumentation des Bernstein-Oeuvres soll das Engagement der Stiftung nicht enden. „Neben der damit entstehenden elektronischen Datei soll mittelfristig ein Nachschlagewerk in Buchform erscheinen“, so Roman Uwer, der damit gleich auch weiteren Finanz-Bedarf anmeldet. Sponsoren sind also weiter hochwillkommen. Geplant ist aktuell bereits eine Bernstein-Wanderausstellung durchs Saarland, die auch in Petite Rosselle, dem luxemburgischen Pétange und der Saar-Landes-Vertretung in Berlin gezeigt werden soll. Die Stiftung ist auch auf der Suche nach Räumen für ihre Aktivitäten, hat ihre Fühler in Richtung Erlebnisort Reden ausgestreckt und bereits Kontakt zum dortigen Standort-Manager Heinz Peter Klein aufgenommen. Der hat sich auch gleich in den Stiftungsbeirat verpflichten lassen.

„Mit den eigenen Räumen wollen wir auch ein Netzwerk schaffen, das Schülern und Studenten die Möglichkeit bietet, die eigene Kreativität zu entwickeln und dabei auch einen Bezug zum industrie-kulturellen Erbe zu schaffen“, unterstreicht Roman Uwer die Stiftungs-Ziele. Es sollen Künstler und kunstinteressierte Bürger, aber auch ehrenamtlich tätige Personen gewonnen werden, um für Erhalt und Pflege des künstlerischen Erbes einzustehen. Motivation dazu soll unter anderem die Auslobung des Walter-Bernstein-Preises im Jahr 2016 für Malerei liefern. Gedacht ist auch an die Vergabe von Stipendien im Rahmen des Stiftungszwecks.

In Schiffweiler als der langjährigen Heimat des Künstlers soll 2016 zum Walter-Bernstein-Jahr erklärt werden. Als Mitglied des Stiftungsrates steht Bürgermeister Markus Fuchs engagiert hinter dieser Aktion. Denn wie Zeitzeugen berichten, hatte Bernstein es zeitlebens schwer, mit seiner Kunst den Lebensunterhalt seiner Familie zu sichern.

Zwei bis drei Mal jährlich treffen sich übrigens die so genannten Bernstein-Freunde. Das sind zurzeit rund 30 kunstsinnige Leute, die (nicht als Verein) die Sache Walter Bernstein unterstützen wollen. Nächstes Treffen ist am 4. April im Lokal „Redener Hannes“ am Zukunftsort Reden. Näheres dazu auch auf der Internet-Seite der Stiftung.

Auf einen Blick

Walter Bernstein (geboren 17.06.1901, verstorben 26.03.1981) war Bürger der Gemeinde Schiffweiler und als Künstler und Grafiker über die Grenzen des Saarlandes hinaus bekannt. Er gehört zu den herausragenden Künstlern im Saarland und hat sich in seinem Wirken maßgeblich mit der Bergbau- und Hüttenindustrie beschäftigt und deren Auswirkungen auf Mensch und Umwelt festgehalten. Er hat bis zu seinem Tode mit seiner Familie in Schiffweiler gelebt. Sein Hauptaugenmerk galt dem Blick auf die Menschen in der Region, insbesondere der Gruben- und Hüttenindustrie. Er war neben Fritz Zolnhofer in seiner Zeit einer der herausragenden Künstler im Saarland (Quelle Förderstiftung Walter Bernstein; foerderstiftung@walter-bernstein.de). sl

 

[Erschienen: 26.02.2015 / SZR / NK_LOK / CLOK50_1, Ressort:Lokales, SZ-Redakteurin Solveig Lenz-Engel ]

Kategorie: Presse, Startseite

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